Kopf voller Mode Kopf - Kreuzer 07/19 Leipzig

Aktualisiert: 27. Nov 2020

Das afrikanische Label Hicecream setzt auf bunte Muster. Eine Kombination von Handmade, Icecream und dem Klang des deutschen »heiß«, das ist schon genial – und der Name von Romeo Olajosephs Schneiderei Hicecream, genauer gesagt: seiner afrikanischen Maßschneiderei. Sein Laden ist relativ klein, rechts neben dem Eingang steht ein großer weißer Schreibtisch mit einer Nähmaschine und Schablonen drauf, hinten im Raum noch eine weitere Nähmaschine. Daneben ein Regal, vollgepackt mit Stoffen. In dem Geschäft wurde viel mit Holz gearbeitet, ein Holzstamm lehnt in der Ecke und an einem stabilen Ast hängt Olajosephs Mode: Von T-Shirts bis zu Hosen ist alles dabei. Sofort fallen die vielen verschiedenen bunten Muster auf, ab und an sind auch ein paar dunklere, schlichte Entwürfe zu sehen.

Romeo hat sich schon immer für Design interessiert. »Mit 14 war ich mit meiner Mutter in einer Schneiderei, von hinten kam ein Mann mit einem Maßband um den Hals und da habe ich mir gewünscht, dass ich später auch damit arbeiten kann«, erzählt Olajoseph. Bevor es aber dazu kam, studierte er Luft- und Raumfahrttechnik. »Meine Mutter wollte, dass ich einen richtigen Beruf habe«, sagt Romeo Olajoseph. »Als ich dann gearbeitet habe, war in meinem Kopf trotzdem immer nur Mode.« Auf alle seine Bücher habe er Entwürfe von Kleidern gemalt. Seit letztem Jahr hat er nun seinen eigenen Laden in Plagwitz. Wichtig war ihm ein Name mit Bedeutung. »Dann ist es mir eingefallen: Eis. Jeder mag Eis und das Besondere daran sind die verschiedenen Sorten. Vielleicht mögen zwei Personen Schokolade, aber die eine lieber mit Nüssen und die andere lieber mit Karamell, und dieses kleine Detail, dieser Unter- schied ist auch das, was Style ausmacht«, sagt Romeo. Das »H« stehe für seine Leidenschaft für Handgemachtes.

Romeo beschreibt seine Mode als »Afrika küsst Europa«. Er nutzt Stoffe und Muster aus Afrika und verbindet sie mit dem klassischen europäischen Style. Am liebsten und meistens fertigt er seine Kleidung aus Baumwolle oder Leinen an, weil er es mag, mit organischen Stoffen zu arbeiten. Seine ersten selbst genähten Stücke hat er in einer Mappe aufgehoben: ein kleiner Rock, eine kleine Hose und eine Tasche aus beigefarbenem Leinen. Sein erstes Hemd in einer Erwachsenengröße ähnelt dann schon mehr seinen heutigen farbenfrohen Entwürfen. Qualität ist für Romeo Olajoseph am wichtigsten. »Am Ende des Tages bin ich nicht perfekt, aber ich stehe hinter dem, was ich mache. Wenn ich etwas ändern soll, dann ändere ich es, deswegen bin ich hier.« Romeo betreibt den Laden und designt die Kleidung komplett allein, nur manchmal kommen Freunde vorbei, die ihm bei Kleinigkeiten helfen. Romeo produziert für Männer und Frauen, Unisex. Seine Jacken und Pullover verkaufen sich am besten, aber auch die Hosen kommen bei den Leuten gut an. Romeo gefällt besonders an Leipzig, dass es hier eine Szene gibt, bei der Einzigartigkeit was Positives darstellt, denn das spiegelt auch seine Mode wider.


Lea Heilmann zitiert aus Kreuzer 07/19 Seite 25.



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#anders #Trend #Mode #SchwarzWeiß

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